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300 Jahre Franzosen in Berlin

300 Jahre Franzosen in Berlin - von den Hugenotten bis zu Napoleons Raub der Quadriga auf dem Brandenburger Tor 1806


Dieser Rundgang führt Sie ein in die engen Verbindungen zwischen Berlin und Frankreich, die vor gut 300 Jahren begonnen haben und bis heute andauern.

- ab 1685 kamen 20000 französische Glaubensflüchtlinge nach Berlin,  die die Berliner Kultur, Leben und Sprache nachhältig prägten

- 1806 kam Napoleon; er brachte neben seinen Soldaten auch moderne Staatsideen,  die im traditionellen preußischen Staatswesen  zu einem enormen Reformschub  führte   (Reformen des Freiherrn vom Stein, 1810 wurde Berlins erste Universität gegründet)

Als Ludwig der XIV. durch das Edikt von Nantes die in Frankreich lebenden Protestanten der Verfolgung preisgab (18.10.1685), bot der große Kurfürst Ihnen Aufenthalt in Berlin und Brandenburg an. Durch das Edikt von Potsdam (29.10.1685) lud er sie offiziell ein, sich in Brandenburg  niederzulassen. Daraufhin kommen 20.000 nach Brandenburg, Berlin alleine nahm 6000 auf. Der große Kurfürst versprach sich von diesen gut ausgebildeten und kultivierten Protestanten einen wichtigen Einfluß auf die heimische Bevölkerung, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Noch heute gehen viele unserer sprachlichen Ausdrücke auf diesen französischen  Ursprung zurück; sogar die berühmten Berliner Buletten entstanden mal als „boulettes“ (kleine Kügelchen).

Als 1806 Napoleon Preußen eroberte und die Quadriga als Trophäe nach Paris bringen ließ, befand sich das Land unter der Regierung von Friedrich Wilhelm III. in einer politischen Agonie. Die Franzosen brachten in der Tradition der Französischen Revolution ihre politischen Ideale mit. Das führte zu einem gewaltigen Reformschub, der für die preußischen Reformer richtungsweisend wurde. Aus dieser Zeit stammte das Judenemanzipationsedikt von 1812, in dem den Juden u.a. freie Berufswahl und Wahl des Aufenthaltsortes zugesichert wurde.

Durch das Viermächte-Abkommen lebten von 1945 bis nach der Wiedervereinigung viele französische Soldaten hier, teilweise mit ihren Familien; nicht alle sind zurückgegangen. Sie hatten ein eigenes Viertel im Norden von Berlin, das Quartier Napoleon.

Heute hat Berlin neben der französischen Botschaft ein sehr berühmtes „französisches“ Kaufhaus – die Galeries Lafayette, ein französisches Gymnasium, französische Kinos und nicht zuletzt zahllose französische Restaurants. 

Unterstützt durch die in den 60 Jahren entstandenen engen politischen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, zusätzlich die Entwicklung der EWG und dann der EU, gibt es heute in Berlin auch zahlreiche kulturelle Vereine und Verbindungen, z.B. deutsch-französische Stammtische. Lassen Sie sich bei diesem Rundgang zeigen, welche Spuren der französischen Familien, Soldaten, Intellektuellen und sonstiger Gäste wir in dem Gebiet von Berlin Mitte noch finden.

Ein spannender Rundgang!

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